Das Gradierwerk
Ein Bauwerk, das ursprünglich Brennholz sparen sollte — und heute Menschen gesund macht.
Frei zugänglich
Rund 85 Prozent der Anlage sind öffentlich zugänglich, und zwar ohne Eintritt. Die restlichen 15 Prozent gehören zum Saunabereich der Werratal-Therme und sind kostenpflichtig.
Wie es funktioniert
Sole wird nach oben gepumpt und rieselt über Bündel aus Schwarzdorn nach unten. Wind und Sonne nehmen Wasser mit, der Salzgehalt steigt. Was dabei entsteht, ist ein feiner Salznebel — deshalb wirkt ein Gradierwerk wie ein Inhalatorium unter freiem Himmel. Der Kalk fällt als Dornstein aus und überzieht die Zweige mit einer grauen Kruste.
Ursprünglich war das reine Ökonomie: Jeder Liter Wasser, den der Wind verdunstet, muss nicht mit Holz verdampft werden. Erst im 19. Jahrhundert entdeckte man, dass die Luft daneben der Atmung guttut.
Geschichte
- 1568Rhenanus beschreibt ein „Leckwerk“ in Sulza — die älteste bekannte Beschreibung dieser Technik
- ab 1601In Allendorf entstehen die ersten Gradierwerke
- 1638Gradierwerk 5 wird gebaut — ein Jahr nach dem Stadtbrand, ein Jahr vor dem Wiederaufbau der Stadt
- 1735Übergang von Stroh auf Schwarzdorn
- 1999–2002Umfassende Sanierung
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