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Das Gradierwerk mit dem Aussichtsturm — links das Reisig, das ausgetauscht wird
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Das Gradierwerk

Ein Bauwerk, das ursprünglich Brennholz sparen sollte — und heute Menschen gesund macht.

Foto: Martin Schülbe, März 2018 · Alle Bildnachweise

Frei zugänglich

Rund 85 Prozent der Anlage sind öffentlich zugänglich, und zwar ohne Eintritt. Die restlichen 15 Prozent gehören zum Saunabereich der Werratal-Therme und sind kostenpflichtig.

Das Gradierwerk in ganzer Länge
Foto: Hannibal34, 2009 · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Alle Bildnachweise

Wie es funktioniert

Sole wird nach oben gepumpt und rieselt über Bündel aus Schwarzdorn nach unten. Wind und Sonne nehmen Wasser mit, der Salzgehalt steigt. Was dabei entsteht, ist ein feiner Salznebel — deshalb wirkt ein Gradierwerk wie ein Inhalatorium unter freiem Himmel. Der Kalk fällt als Dornstein aus und überzieht die Zweige mit einer grauen Kruste.

Ursprünglich war das reine Ökonomie: Jeder Liter Wasser, den der Wind verdunstet, muss nicht mit Holz verdampft werden. Erst im 19. Jahrhundert entdeckte man, dass die Luft daneben der Atmung guttut.

Der Durchgang unter dem Gradierwerk
Der Durchgang unter dem Gradierwerk Foto: surveyor54 · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Alle Bildnachweise
Der Schwarzdorn, an dem die Sole herabrieselt — vom ausfallenden Kalk überkrustet
Der Schwarzdorn, an dem die Sole herabrieselt — vom ausfallenden Kalk überkrustet Foto: Francisco Welter-Schultes · Wikimedia Commons · CC0 1.0 · Alle Bildnachweise
Dasselbe Bauwerk 1925, mit dem Solebohrturm, den es heute nicht mehr gibt
Dasselbe Bauwerk 1925, mit dem Solebohrturm, den es heute nicht mehr gibt Paul Wolff (1876–1947), 1925 · aus: Das Werratal, Hessenland-Verlag Kassel 1925 · Digitalisat: UB Kassel (ORKA) · Wikimedia Commons · gemeinfrei · Alle Bildnachweise

Geschichte

  • 1568Rhenanus beschreibt ein „Leckwerk“ in Sulza — die älteste bekannte Beschreibung dieser Technik
  • ab 1601In Allendorf entstehen die ersten Gradierwerke
  • 1638Gradierwerk 5 wird gebaut — ein Jahr nach dem Stadtbrand, ein Jahr vor dem Wiederaufbau der Stadt
  • 1735Übergang von Stroh auf Schwarzdorn
  • 1999–2002Umfassende Sanierung