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Quellen und Belege

Woher das Wissen auf diesen Seiten stammt — und wie sicher es ist.

Wie wir mit Unsicherheit umgehen

Über diese Stadt kursieren viele Erzählungen. Manche stimmen, manche sind Vermutungen, die durch Wiederholung zu Tatsachen wurden. Auf diesen Seiten wird das unterschieden:

  • belegtDurch Urkunden, Akten oder Fachliteratur gesichert.
  • überliefertSo wird es erzählt, ein Beleg fehlt.
  • umstrittenDie Forschung ist sich uneinig.
  • unsicherDatierung oder Zuschreibung nicht gesichert.

Vier Beispiele, wo genaues Hinsehen lohnt

Die Schlacht bei Tacitus

Tacitus beschreibt für das Jahr 58 einen Krieg zwischen Hermunduren und Chatten um einen salzführenden Grenzfluss. Er nennt weder Fluss noch Ort. Wer die Schlacht an die Werra verlegt, tut das seit langem: Johannes Rhenanus argumentiert es 1586 im ersten Buch der Salzbibel ausführlich aus — gegen Halle und gegen Frankenhausen, mit Quellenkritik und Geländebefund. Die hessische Landesforschung hat die These seit 1938 wieder aufgegriffen. Belegen lässt sie sich nicht; schon 1955 hieß es, eine nähere Bestimmung des Schlachtortes bleibe „ergebnislos“. Archäologische Belege für antike Salzgewinnung gibt es hier nicht — und Rhenanus selbst nennt sein Ergebnis am Ende „Mutmaßungen, Meinungen und Bedenken“.

Dass keine Funde vorliegen, ist allerdings kein Gegenbeweis. Salz löst sich in Wasser, es bleibt nichts davon im Boden; nachweisbar sind vorgeschichtliche Salinen nur über Gerätereste wie Briquetage. Die Salinenarchäologie hält deshalb fest, es sei „davon auszugehen, dass bislang nur ein geringer Teil der vorgeschichtlichen Salinen nachgewiesen worden ist“. An offen zutage tretenden Solequellen wie denen in Sooden dürfte also länger gesotten worden sein, als Urkunden es belegen können — nur lässt sich eben nicht sagen, seit wann.
Zum Stand der archäologischen Salinenforschung: Der Anschnitt. Zeitschrift für Kunst und Kultur im Bergbau 50 (1998), Heft 5–6, Miszellen.

Die Ersterwähnung

Die Urkunde Karls des Großen für das Kloster Fulda, in der „Westera“ mit Salzquellen, Markt und Zoll erscheint, ist nicht im Original erhalten. Sie steht nur im Codex Eberhardi, einem Fuldaer Kopiar aus der Mitte des 12. Jahrhunderts — und die nachweislichen Fälschungen dieses Kopiars betreffen ausgerechnet Kaiser- und Königsurkunden.

1218

Das Jahr gilt als Beginn der Stadtgeschichte. Die Urkunde verleiht aber keine Stadtrechte, sondern schenkt die bereits bestehende Pfarrkirche in „Aldendorf“ an das Katharinenkloster Eisenach. Der erste harte Beleg für den Stadtstatus ist das Stadtsiegel von 1252.

Der Name Allendorf

Rhenanus leitet den Namen 1586 vom Salzwort hall her: die Stadt heiße eigentlich „Hallendorf“, wie Hall in Sachsen und Hall in Schwaben. Das ist ausgeschlossen. Alle elf urkundlichen Belege zwischen 1218 und 1488 haben ein D in der Mitte — Aldendorf, Oldendorp, Aldindorf — und keiner ein H. Der Name ist eine erstarrte Ortsangabe: „zu dem alten Dorfe“. Ausführlich mit Belegreihen auf der Seite Woher die Namen kommen.

Wichtigste Quellengruppen

  • ArchiveHessisches Staatsarchiv Marburg (Bestand 55a), Stadtarchiv Bad Sooden-Allendorf
  • NachschlagewerkeLAGIS Hessen, Deutsche Biographie, Reallexikon der Germanischen Altertumskunde
  • ZeitschriftenZeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde
  • GrundlagenwerkJohann Georg Wagner: Geschichte der Stadt Allendorf an der Werra und der Saline Sooden, Marburg 1865 — das erste Buch über diese Stadt. Dazu unsere Seite Wagner 1865; der gemeinfreie Volltext liegt auf salzbibel.de ↗
  • Ortschronik„Bad Sooden-Allendorf — Eine Zeitreise“, 2018, 576 Seiten
  • VereinsarchivBestände des Vereins und des Salzmuseums, darunter eine Abschrift der Salzbibel

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